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Eigentlich schreibe ich nicht gerne schlechte Bewertungen. Normalerweise würde ich gar nichts schreiben, aber hier geht es uns doch um eine so wunderbar schöne Sache (hypnotische Hingabe), die davon lebt, persönlich und ehrlich reflektiert zu werden. Eine schlechte Bewertung kann eben auch eine gute Bewertung sein, wenn sie sachlich und konstruktiv formuliert ist.
Ich habe mir die Hypnose nun zweimal angehört und habe leider so meine Probleme damit. Kann durchaus sein, dass sie bei anderen Hörern einen ganz anderen Eindruck hinterlässt, daher kann ich jetzt nur von mir berichten.
Kurz zu mir: Ich bin ein erfahrener Hypnotisand, habe schon viele Hypnose-Audios gehört und bin wahrscheinlich überdurchschnittlich suggestibel einzuschätzen. Ich liebe Hypnose und jede Hypnotiseurin und jeder Hypnotiseur würde viel Spaß mit mir haben. Zudem bin ich eher aufgeklärt, was das Thema betrifft.
Jetzt ganz nüchtern zu meinem Feedback: Lady Loredanas Stimme und Sprechweise finde ich sehr angenehm und ich kann mich sofort darauf einlassen. Ich würde mich ihr jederzeit gerne anvertrauen; Rapport und Vertrauen sind bei mir sofort da.
Die Hypnose-Induktion ist eher klassisch – für mich persönlich etwas langweilig, aber man kann es auf jeden Fall so machen. Soweit ist alles gut und ich bin voll dabei. Dann kommt allerdings der innere Bruch und mein Rapport wird auf eine harte Probe gestellt. Das hat bestimmt mehrere Ursachen:
Das Skript ist in großen Teilen wunderschön geschrieben, fast wie Poesie. Genau das beschäftigt aber eher meinen Verstand, anstatt dass es mein Unterbewusstsein berieselt.
Ich weiß in vielen Momenten nicht, was ich mir konkret vorstellen soll. Ich höre zwar die Worte, aber ich fühle sie nicht; mir fehlt das Bild vor Augen. Beispielsweise entsteht gefühlte Hingabe nicht durch die bloße Aufforderung „Gib dich hin“, sondern durch das Kopfkino, das aus einer suggerierten Situation heraus geboren wird.
Ein echter Rapport-Killer ist das erste Flüstern „Du gehörst mir“, bei dem das „mir“ abgeschnitten wurde und nur ein „m“ zu hören ist (ein Fehler in der Postproduktion).
Für mich liegt zu viel „therapeutische“ Distanz im erotischen Suggestions-Teil. Die sehr abstrakte, hypnotische „JOI“-Anleitung wirkt auf mich leider irgendwie cringe. Warum nicht mehr Nähe und etwas Dirty Talk? Es entsteht so leider keine erotische Spannung in mir.
Zu viele, sich ständig wiederholende Narrative aus dem DS-Bereich („Hingabe“, „Kontrolle“ usw.) verpuffen leider im Nichts.
Die angegebene Dauer ist nicht aussagekräftig, da die letzte halbe Stunde nur noch binaurale Musik läuft.
Die Beschreibung im Shop verspricht insgesamt zu viel. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt.
Ich finde, man merkt deutlich, dass das Skript mit großer Begeisterung geschrieben wurde. Das ist auch wirklich toll! Die Story selbst wirkt aber nicht so ganz klar und durchdacht… Vielleicht ist dieses File ja eine Ausnahme.
In Summe leider ein Fehlkauf.
LG Hannes